Interviewleitfaden für ein Experteninterview

Marlene
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    Experteninterview
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    Ein sogenanntes Experteninterview ist eine Form der Informationserhebung für qualitative wissenschaftliche Arbeiten. Die Durchführung erfolgt in den meisten Fällen anhand eines Interviewleitfadens. Dieser Leitfaden enthält alle wichtigen Angaben zum Ablauf und zu den geplanten Fragen – für Sie und Ihren Gesprächspartner. Bei der Nachbereitung und Auswertung des Interviews ist ein Leitfaden von großer Bedeutung. 

    Wenn Sie zum ersten Mal mit Experteninterviews arbeiten, werden Sie vermutlich feststellen, dass die Erstellung eines solchen Leitfadens gewisse Herausforderungen birgt – wenn auch nichts, was sich mithilfe der Fachliteratur nicht bewältigen lässt. Der Leitfaden wird der fertigen Arbeit in Form eines Anhangs nachgestellt und gewährt Lesern Einblicke  in die Methodologie.

    Formen des Interviews

    Die Beschaffenheit des Interviewleitfadens hängt stark von der Durchführung und der Form des Experteninterviews ab. Zunächst entscheiden Sie sich für einen Kommunikationsmodus – denn Sie können das Interview im direkten Gespräch, aber auch per Telefon oder per E-Mail mit einem Fragebogen durchführen. Daneben haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Interviewformen mit ihren eigenen Vorteilen und Nachteilen. 

    • Ein strukturiertes Interview hält sich exakt an den von Ihnen ausgearbeiteten Fragenkatalog, der in der Regel anhand wichtiger Aspekte bzw. Kategorien unterteilt ist. 
    • Als semistrukturiert werden Interviews bezeichnet, bei denen der Interviewer seinen Interviewpartner thematisch steuert, aber nicht auf vorgegebene Fragen oder Anworten beschränkt. Auch hier wird ein Leitfaden benötigt, zugleich müssen Sie flexibel auf die sich entwickelnde Gesprächssituation reagieren. Eine Sonderform sind sogenannte problemzentrierte Interviews, in denen Sie den Befragten immer wieder auf die für Sie relevanten Aspekte zurückführen.
    • Ein unstrukturiertes Experteninterview hingegen lässt Ihrem Gesprächspartner viel Freiheit für das Erzählen nach eigenem Gutdünken – hier fällt der Leitfaden sehr schmal aus. Ähnlich frei entwickelt sich auch ein narratives Interview, bei dem der Befragte frei berichten kann.

    Struktur des Interviewleitfadens

    Damit der Leitfaden seinen Zweck erfüllt, muss er eine sinnvolle Struktur aufweisen. Vergessen Sie außerdem nicht, dass Sie den Leitfaden Ihren Gesprächspartnern im Vorfeld zukommen lassen können, damit diese sich vorbereiten. Dazu muss der Leitfaden aufschlussreich genug sein und alle wesentlichen Informationen über das Thema der Arbeit, den Ablauf, die beabsichtigten Fragen in ihrer Reihenfolge und den erhofften Erkenntnisgewinn enthalten.

    Zugleich sollten Sie bedenken, dass Sie im Gespräch Ihren Partner „aufwärmen“ müssen. Daher sollten Sie den Leitfaden folgendermaßen strukturieren:

    1. Einstieg mit einem kurzen Aufhänger und einleitender, auflockernder Frage.
    2. Überleitung zum Hauptteil und den wichtigen, für das Thema relevanten Fragen im nächsten Schritt sowie potenziellen Rückfragen, sollten Sie welche stellen.
    3. Schlussfrage, Zusammenfassung und Rückblick, Dank an den Gesprächspartner, Ausblick auf weitere Abläufe und mögliches Feedback zu Ihrer Arbeit.

    Fragen entwickeln für den Interviewleitfaden

    Bei einem Experteninterview sollten Sie möglichst gut vorbereitete Fragen stellen, denn nur so liefert das Leitfadeninterview für die Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation später die gewünschten Daten. Die Ausarbeitung der Fragen ist der schwierigste Teil der gesamten Vorbereitung.

    Dazu sollten Sie die Theorie Ihrer wissenschaftlichen Arbeit weitgehend abgeschlossen haben und nun eine relativ konkrete Vorstellung mitbringen, welche Einsichten das oder die Interviews liefern sollen. Die Fragen sollten eine Auswahl der tatsächlich offen gebliebenen Aspekte Ihrer Forschung betreffen, sinnvoll zusammenhängen und in Summe dem Erkenntnisgewinn zur Beantwortung der Forschungsfrage dienen. 

    Hinsichtlich der Form der Fragen haben Sie die Wahl zwischen offenen Fragen, die Ihrem Gesprächspartner einen gewissen Freiraum lassen und Ihnen umfangreiche Informationen liefern, und geschlossenen Fragen, bei denen Ja/Nein-Antworten oder sehr begrenzte Antworten vorausgesetzt werden. Letztere sind präziser, doch der Nachteil ist, dass Ihnen dabei zusätzliches Wissen entgehen kann.

    Beispiel für einen Interviewleitfaden

    Hier nun ein Beispiel für einen Leitfaden und die Formulierungen und Fragestellungen, die dabei verwendet werden. 

    1. Nennung des Themas und der Forschungsfrage

    2. Erläuterungen zum Ablauf und zur geplanten Zeit 

    3. Erklärung zur Verwendung der Informationen

    4. Einverständniserklärung 

    5. Einstieg: Vorstellung der Beteiligten, Einstiegsfrage(n) zur Hinführung auf das Thema, eventuell als offene Frage. 

    „Was ist Ihrer Meinung nach….?“

    „Wie sehen Sie….?“

    6. Hauptteil mit Aufzählung der Schlüsselfragen, nach Kategorien geordnet, mit möglichen Rückfragen.

    „Wie erleben Sie die aktuelle Situation hinsichtlich XYZ?“

    Rückfrage: „Können Sie genauer sagen, wo sich XYZ besonders auswirkt?“

    7. Rückblick und Zusammenfassung

    8. Dank an den Gesprächspartner für die aufgewendete Zeit 

    9. Ausblick auf die Verwendung der Informationen und Ergebnisse

    10. Verabschiedung

    Einmal ausgearbeitet, ist der Leitfaden für mehr als ein Interview verwendbar. Besondere Sorgfalt bei der Erstellung ist dann geboten, wenn Sie mehrere Experteninterviews planen und dabei eine hohe Bandbreite von thematischen Kategorien abdecken wollen. In diesem Fall ist der Leitfaden tatsächlich der berühmte „rote Faden“ für den praktischen Teil Ihrer wissenschaftlichen Arbeit.

    Marlene

    Marlene hat vor kurzem ihr Masterstudium der Sozialwissenschaften abgeschlossen. Sie hat bereits eine Masterarbeit und viele Seminar- und Hausarbeiten geschrieben. Marlene arbeitet nebenbei als Texterin und schreibt für uns Artikel über das Studium.

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